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Mrz
17

Bemühungen gegen Glücksspielsucht dürfen nicht nachlassen

Es ist einer der erschreckendsten Fälle der vergangenen Jahre, und er zeigt, dass das Glücksspielverhalten in Deutschland weiterhin Anlass zur Sorge bietet: In Großhadern soll ein glücksspielsüchtiger Mann seine 76 Jahre alte Mutter erwürgt haben, um sie vor den Folgen seiner Sucht zu bewahren.

Eine extreme Reaktion wie diese ist zum Glück die Ausnahme, dennoch zeigt sie, wie gravierend die Folgen pathologischen Glücksspielens sein können. Denn häufig kommen zu den glücksspielbezogenen Problemen weitere psychische Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen, Depressionen oder Alkoholsucht hinzu.

Auch im Freistaat Bayern ist das Problem offensichtlich: Rund 28.000 Menschen gelten als pathologische Glücksspieler, weitere 34.000 sind als problematische Glücksspieler einzustufen. Laut einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind es bundesweit 438.000 Menschen in der Gruppe der 16- bis 65-Jährigen, die als pathologische Glücksspieler gelten.

Zahlen wie diese zeigen, wie wichtig die Beschäftigung mit dem Thema Glücksspielsucht und ihren Folgen ist. Deshalb verweist Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern, einmal mehr auf die Unverzichtbarkeit einer flächendeckenden Versorgung mit Beratungs- und Behandlungsangeboten: „Die jährlich steigenden Zahlen in den bayerischen Beratungsstellen machen uns große Sorgen, einige der Hilfeeinrichtungen sind längst an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen. Auch wenn nicht jeder Fall so dramatisch endet wie dieser, zeigt er doch eindeutig, wie wichtig Aufklärung, Prävention und Hilfsangebote sind.“

Nicht zu vergessen sind, wie Landgraf betont, die Angehörigen der pathologischen Spieler. Sie leiden häufig ganz massiv unter den Folgen der Sucht und benötigen dringend Unterstützung und Hilfe. Deshalb fordert Landgraf: „Die Bemühungen, alles Erdenkliche gegen Glücksspielsucht zu tun, dürfen nicht nachlassen.“ Außerdem fordert Landgraf, die Gangart gegenüber der Glücksspielindustrie zu verschärfen: „Glücksspiele, ganz egal, ob staatlich oder gewerblich, dürfen nicht mehr dazu führen, dass Menschen ihr gesamtes Hab und Gut verspielen.“ Auch im Kampf gegen das illegale Glücksspiel, so Landgraf, müsse künftig noch mehr getan werden.
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Die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern ist die zentrale Schnittstelle aller an der Prävention, Suchthilfe und Suchtforschung bei Glücksspielsucht beteiligter Organisationen und Akteure. Beteiligt an ihrer Organisation sind die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), das IFT Institut für Therapieforschung und der Betreiberverein der Freien Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V. Die LSG wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege finanziert, ist nicht weisungsgebunden und arbeitet fachlich unabhängig.

Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
Thomas Baur Referent für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Edelsbergstraße 10
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089 55273 59 13
thomas.baur@lsgbayern.de
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