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Jun
08

EXPERTENINTERVIEW ZUM THEMA: WECHSELJAHRE UND ÜBERGEWICHT

EXPERTENINTERVIEW ZUM THEMA: WECHSELJAHRE UND ÜBERGEWICHT

(Mynewsdesk) Die Wechseljahre sind eine große Umbruchphase im Leben einer Frau. Häufig leiden Frauen unter den körperlichen Veränderungen in dieser Zeit. Was genau im Körper passiert und wie man unliebsamen Phänomenen wie Übergewicht beikommen kann, erläutert Dr. Pia Baust, Gynäkologin aus Köln, im Interview:

Die Wechseljahre werden auch die „zweite Pubertät“ genannt. Warum?
Wechseljahre und Pubertät sind beides Lebensphasen, in denen Hormone eine wichtige Rolle spielen. Diese wirken im Körper als chemische Botenstoffe, indem sie Signale zwischen Organen übermitteln und so den Ablauf verschiedener biologischer Prozesse steuern.
Auch Östrogene und Progesteron, die in den Eierstöcken gebildet werden, gehören zu den Hormonen. Neben der Steuerung des Monatszyklus beeinflussen sie verschiedene Lebensphasen und greifen dabei in Stoffwechselvorgänge ein.

Was genau passiert während der Wechseljahre?
Die Wechseljahre, medizinisch korrekt das Klimakterium, sind die Jahre der hormonellen Umstellung vor und nach der Menopause. Diese ist mit der letzten regelgerechten Monatsblutung erreicht und bedeutet medizinisch das Ende der Geschlechtsreife. Vor und während dieser Zeit stellen die Eierstöcke allmählich ihre Funktion ein. Daraus resultiert ein Abfall von Östrogenen und Progesteron im weiblichen Körper.

Welche Funktionen werden durch diese beiden Hormone genau gesteuert?
Östrogene wirken sich beispielsweise positiv auf das Herzkreislaufsystem aus, indem sie die Blutfette senken und der Bildung von Arteriosklerose vorbeugen. Sie sind am Knochenaufbau beteiligt und sorgen über die Beeinflussung der Kollagenbildung und die Einlagerung von ausreichend Wasser für eine straffe, strahlende Haut. Progesteron wiederum wird manchmal als „Schlankheitshormon“ bezeichnet. Es hilft beim Fettabbau und verhindert die Speicherung neuer Fettpolster. Auch überschüssiges Gewebswasser wird mithilfe von Progesteron ausgeschieden.

Das klingt, als würden Frauen unweigerlich dick, wenn das Progesteron im Körper zurückgeht?
Die Ursachen für Gewichtszunahme in den Wechseljahren sind vielfältig. Hormone spielen dabei sicher auch eine Rolle. Allerdings geht es dann nicht um den Mangel an Progesteron, sondern das Ungleichgewicht mit den Östrogenen. Sobald weniger Eier heranreifen, also meist bereits zu Beginn der Wechseljahre sinkt der Progesteronspiegel. Östrogene hingegen werden meist noch ausreichend produziert. Diese Schieflage nennt man Östrogen-Dominanz.

Östrogene nennt man auch „Sexhormone“. Verschwindet mit ihrem Rückgang auch die Lust?
Nun, Östrogene schaffen die Voraussetzungen für das Zustandekommen von Geschlechtsleben und Schwangerschaft. Deshalb werden sie zuweilen als „Sexhormone“ bezeichnet. Östrogene fördern außerdem die Kontaktfreudigkeit, das sexuelle Verlangen und die Liebesbereitschaft. Aber natürlich können Frauen auch nach der Menopause noch Lust empfinden und ein ausgefülltes Sexualleben genießen! Denn das Verlangen nach körperlicher Nähe wird ja nicht ausschließlich von Hormonen gesteuert.

Zurück zum Gewicht: Wie kommt es, dass in den Wechseljahren oft die Pfunde steigen?
Erhöhtes Gewicht kann viele Ursachen haben, beispielsweise den sinkenden Grundumsatz durch Muskelrückgang und den Wegfall des Eisprungs. Auch Hormonveränderungen, insbesondere die sogenannte Östrogendominanz, kann erhöhte Fett- und Wasserablagerungen im Körper zur Folge haben. Zur Abklärung sollten Frauen ärztlichen Rat suchen. Häufig liegt der Grund für Übergewicht jedoch in der Schieflage von Kalorienzufuhr und Verbrauch. Vereinfacht gesagt: Wird mehr Energie aufgenommen als verbraucht, speichert der Körper die überschüssige Energie. Die Folge: Es entstehen die ungeliebten und ungesunden Fettpolster.

Was können Frauen tun, um in den Wechseljahren ihr Wohlfühlgewicht zu bekommen und zu halten?
Um überflüssige Kilos langfristig loszuwerden, braucht es Geduld und die richtigen Helfer! Keine Zwangsdiäten, sondern Spaß an ausgewogener Ernährung und genügend Bewegung verhelfen zum Wunschgewicht.
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(1) Uebelhack, R., Busch,R., Alt, F., Beah, Z.M., Chong, P.W. Effects of Cac-tus Fiber on the Excretion of Dietary Fat in Healthy Subjects: A Double Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Crossover Clinical Investigation. Current Therapeutic Research, 2014. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.curtheres.2014.02.001, n=20.

(2) Grube et al., A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Study Obesity (2012) doi:10.1038/oby.2012.165, n=123.

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