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Dez
18

Säuglinge werden oft überfüttert

Postnatale Reprogrammierung des Stoffwechsels

Säuglinge werden oft überfüttert

Foto: Fotolia / Irina Schmidt (No. 5951)

sup.- Zu propere Babys kennen Kinderärzte bestens aus ihrer Praxis. Doch während das „Füttern auf Verlangen“ für gestillte Kinder sehr wohl empfohlen werden kann, führt dieses Verhalten bei flaschengefütterten Säuglingen häufig zu einem Überangebot an Formelmilch. Oft wird von vornherein mehr Milch zubereitet, als später benötigt wird. Der letzte Tropfen Milch muss aber dann noch rein, die empfohlene Milchmenge wird dabei regelmäßig überschritten oder die Pulverdosierung zu hoch gewählt. Auch die frühzeitige Einführung von fester Beikost kann eine zu hohe Gewichtszunahme begünstigen. Nicht nur der Mehrheit der Eltern, auch vielen Kinderärzten fehlt bislang ein angemessenes Problembewusstsein, wenn Säuglinge sichtlich überfüttert sind. Weit verbreitet ist nach wie vor die Einstellung, dass sich der Babyspeck schon von allein auswachsen wird.

Doch Untersuchungen an Tieren zeigen: Übermäßige Ernährung in den ersten Monaten nach der Geburt führt zu einer Reprogrammierung des Stoffwechsels, die auch durch eine Korrektur der Ernährungsgewohnheiten in späteren Jahren kaum wieder wettzumachen ist. Die postnatale Fehlsteuerung des Metabolismus durch ein Überangebot an Nahrung kann also lebenslange Konsequenzen haben. Auf diese aktuellen Erkenntnisse machen die Biochemie-Professoren Mulchand Patel (Universität von Buffalo) und Jens Høiriis Nielsen (Universität Kopenhagen) aufmerksam, um Eltern wie Ärzte für den Stellenwert einer angemessenen Ernährung in den ersten Lebensmonaten zu sensibilisieren.

Frühzeitige Prävention von Übergewicht durch ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung während der Schwangerschaft sowie adäquate Ernährung und Bewegung in den ersten zwölf Monaten der Säuglingszeit bilden eine wertvolle Basis für lebenslanges Normalgewicht. Das betont auch die Plattform Ernährung und Bewegung (peb), die mit ihrem Programm „9+12“ dazu entsprechende Empfehlungen gibt (www.pebonline.de). Grundsätzliche Informationen zu einem gesunden Lebensstil sind zwar vielen jungen Eltern laut einer peb-Studie bekannt, die Umsetzung im Alltag fällt jedoch oft schwer. Außerdem wird in diesem Zusammenhang die Bedeutung von regelmäßiger körperlicher Aktivität von klein auf immer noch stark unterschätzt. Informationen und Tipps von Experten zu einem altersadäquaten Bewegungsverhalten ihres Nachwuchses finden Eltern z. B. auf dem Ratgeber-Portal www.komm-in-schwung.de.

Supress

Redaktion Ilona Kruchen

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